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Between the shadows

Titel: Between the shadows
Teil: Oneshot
Fandom: Final Fantasy XII
Hauptcharaktere/Pairing: Balthier/Vaan
Word Count: 1.098
Entstehungsdatum: 21. Mai 2009
Genre: Vorwiegend Charakter-Erkundung (Balthier)
Warnungen: Nichts Gravierendes, paar Küsse; ein generell düsterer Unterton
Rating: PG-12
Kritik: Ja
Inhaltsangabe: Mir klingelt Ygrittes "You know nothing, Jon Snow" im Kopf und so kann man Vaan hier auch beschreiben. Ansonsten ist das hier eben Balthier-Versuch-#003 mit einem leicht depressiven Balthier. Ich hab' die gesamte Zeit das Gefühl, ich erkläre zu wenig, aber auf der anderen Seite ist da ein Stimmchen, das mir sagt: Das ist gut so, belass es bei den Andeutungen! - Also mal sehen, ob's so funktioniert.



Balthier saß mit übereinander geschlagenen Beinen zurückgelehnt vor dem Armaturenbrett der Strahl.
„Und was ist das hier?“, fragte Vaan, der auf dem rechten Sitz neben ihm herumrutschte und deutete auf eine schmale Anzeige, an der ein rotes Lämpchen leuchtete. Dabei verursachte es leise Pieps-Geräusche.

Balthier machte sich nicht die Mühe, die Augen weiter als einen Spalt breit zu öffnen.
„Die Maginit-Werte“, murmelte er, „Ich würde dir nicht raten, loszufliegen, wenn die Werte im Keller sind – außer, du bist lebensmüde.“
„Geht klar.“ Vaan runzelte die Stirn. „Und warum nicht?“
„Sind die Werte unten, ist die Magie in den Maginiten bald aufgebraucht. Wenn du das Pech hast, dich da in der Luft zu befinden, geht es abwärts und zwar schneller, als dir lieb ist.“
„Oh.“

Balthier schloss die Augen wieder und für einige Minuten herrschte Stille, die nur von dem monotonen Piepsen der Maginit-Anzeige unterbrochen wurde. Obwohl er sich müde fühlte, hatte er nicht den geringsten Zweifel, dass er dem Schlaf widerstehen konnte, denn der Gedanke daran, Vaan mit seiner Strahl alleine zu lassen, hielt ihn wach.

Es dauerte ohnehin nicht lange, da fiel ein Schatten auf sein Gesicht. Balthier blinzelte und stellte fest, dass sich Vaan halb über ihn gebeugt hatte, um eine andere Anzeige zu Balthiers Linken zu lesen. Ungerührt betrachtete Balthier die sandfarbenen Strähnen, die gerade seine Nase gestreift hatten und immer noch gefährlich nahe vor seinem Gesicht waren.
„Zu deinem nächsten Geburtstag bekommst du von mir einen Kamm.“

„Was?“ Vaan, der ihm offensichtlich nicht zugehört hatte, drehte sich um, nur um mit ihm Nase an Nase zu kommen. Balthier hob eine Augenbraue. So verharrten sie für einige Momente und während er darauf wartete, dass sich Vaan bewegte, starrte ihn der nur verwirrt an.

Piieps. …Piieps. …Piieps, machte die Anzeige, als hätte die Strahl einen eigenen Herzschlag.

Schließlich hielt es Balthier nicht mehr aus; er war nie gut im Stillsein gewesen.
„Und jetzt?“, fragte er. „Was wird-“

Vaan küsste ihn.

Es war kein langer, leidenschaftlicher Kuss, nicht einmal ein richtiger Kuss, nach Balthiers Maßstäben, Vaan hatte einfach nur die Lippen kurz gegen die seinen gedrückt. Danach wurde er auch nicht rot – Vaan konnte mit Schamgefühlen gut umgehen, wahrscheinlich weil er so vertraut damit war.

„Was war denn das?“ Balthier legte den Kopf schief und sah ihn belustigt an. „Das könnte ja Penelo besser.“ Er zog Vaan erneut zu ihm hinunter und diesmal schob Balthier ihm die Zunge in den Mund; Vaans Lippen öffneten sich willig. Seine Hände tasteten an Balthiers Weste, unsicher, wo sie sich festhalten sollte und obwohl seine Augen geschlossen waren, war er alles andere als entspannt – im Gegenteil, Vaan hatte den konzentriertesten Gesichtsausdruck, den Balthier je bei jemandem gesehen hatte, der gerade geküsst wurde.

Fehlenden Enthusiasmus konnte man ihm allerdings nicht vorwerfen: Eifrig und feucht erwiderte er den Kuss, wenn er dabei auch manchmal nur Balthiers Unterlippe erwischte.

Piieps. …Piieps. …Piieps, gab die Strahl ihnen den Takt vor. Piieps. …Piieps. …Piieps. Als wollte das Luftschiff sie anfeuern.

Da lehnte sich Balthier wieder zurück, aus dem Kuss heraus.
„Genug jetzt“, sagte er, „Das Gepiepe kann einem ja den Verstand rauben. Ich gehe die Maginite auswechseln, das wird das Ding zum Schweigen bringen.“ So flüchtete er hinaus.


---


Es war nicht selten, dass Balthier auch an Board der Strahl nächtigte. Es gab Zeiten, da war ihm ein Zimmer in einer Taverne zu teuer gewesen, andere Male war es besser, schnell flüchten zu können – diesmal tat er es mehr aus Sentimentalität als aus praktischen Gründen. Fran kannte ihn zu gut um ihm jetzt Gesellschaft zu leisten.

Balthier saß auf dem behelfsmäßigen Bett, lehnte sich an die Wand und starrte an die gegenüberliegende Wand ohne sie zu sehen. Das einzige Licht kam aus dem Fenster im Nebenraum, das durch den offenen Türbogen fahl an eben jene Wand fiel. Jeder einzelne Schatten trug das Gesicht seines Vaters und er wurde aus dem halb manischen, halb bitteren Lächeln nicht schlau.
„Was denkst du, alter Mann?“, flüsterte er in die Dunkelheit.
„Wer?“, fragte eine Stimme neben ihm.

Als Balthier aufsah, stand Vaan im Türbogen. Nie schaffte Vaan es, so leise zu sein, dass man ihn nicht kommen hörte – außer jetzt, denn das Glück war in letzter Zeit immer auf jemand anderes Seite. Balthier rieb sich die Schläfen.
„Was machst du hier? Du unterbrichst meine romantische Wiedervereinigung mit der Strahl.“
„Errm“, sagte Vaan und schluckte, „ich weiß nicht.“
Balthier seufzte, während er eine unbestimmte Geste in seine Richtung machte, die Vaan wohl als Einladung auffasste, denn er setzte sich neben Balthier an den Rand des Bettes.

Einige Zeit verging, in der keiner ein Wort sprach. Vaan saß so dicht an ihm, dass seine Hand Balthiers Arm berührte. Mit einem Mal fragte sich Balthier, was die Schatten wohl für Vaan darstellten und dieses eine Mal war es nicht er, der als Erster sprach.
„Ich habe mir schon immer vorgestellt, ein Luftpirat zu sein. Über den Wolken zu fliegen, Abenteuer zu erleben, frei von allem sein…“ Vaans Stimme war nachdenklicher als er es gewohnt war, aber das schwache Licht tauchte sein Gesicht in so tiefe Schatten, dass Balthier seinen Gesichtsausdruck nicht erkennen konnte.
„Nicht einmal Luftpiraten sind wirklich frei“, entgegnete er und fühlte sich zu alt, viel zu alt. „Manchmal…“

Vaans Hand bewegte sich an Balthiers linkem Arm hinunter, bis sie den Ärmel und schließlich bloße Haut erreichte. Die Wärme der Berührung war angenehm und er zog die Hand nicht weg.
„Aber du-…“
„Ich mag Ketten genauso wenig wie Fran. Trotzdem – es macht keinen Unterschied.“
Dabei beließ er es, denn Balthier hatte kein Bedürfnis auszusprechen, was ihm durch den Kopf ging.

Vaan beugte sich vor und versuchte Balthier zu küssen, wie schon am Nachmittag, doch er traf in der Dunkelheit nur seine Wange. Er versuchte es ein zweites Mal und diesmal richtig. Während des Kusses atmete Balthier durch die Nase; der Geruch war typisch für Vaan und erinnerte ihn an Sand.

Nachdem er sich wieder von ihm löste, verharrte Vaan wenige Zentimeter vor seinem Gesicht in der Dunkelheit. Balthier spürte seinen warmen Atem am Kinn, da traf er eine Entscheidung. Er legte die Hand an Vaans Wange und zog sein Gesicht näher.
„Ich bin ein Pirat, Vaan“, flüsterte er um sein Gewissen zum Schweigen zu bringen. „Wir geben nicht, wir nehmen.“ Dann begann er Vaans Hals zu küssen, während seine Hand die metallische Weste von den muskulösen Armen schob. Sie machte ein klirrendes Geräusch, als sie auf den Boden rutschte.
„Ich weiß.“ Vaan keuchte. Seine Hände tasteten eifrig an Balthiers Seite bis zu seiner Taille.

Für einen Moment sah Balthier an Vaan vorbei zurück zu den Schatten, doch es blieben nur Schatten.


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